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Guido Jetzer

Kopf des Monats Dezember 2012

In der Strichpunkt Ausgabe 09/2012 stellen wir Ihnen Guido Jetzer, Gemeinderat aus Mellikon, vor.

Seit meiner Geburt lebe ich mit meiner Familie in Mellikon. Nach der Schulzeit machte ich eine Lehre als Heizungsmonteur und arbeitete mehrere Jahre auf diesem Beruf. Anschliessend wechselte ich in die Zementfabrik in Rekingen, wo ich mich als 30-Jähriger, frisch verheiratet, beruflich nochmals neu ausrichten wollte und noch einmal eine Lehre als Elektromonteur machte. Dort blieb ich bis zur Schliessung der Zementfabrik. Seit April 1999 arbeite ich nun im Wasserkraftwerk Reckingen als Elektriker im Unterhalt. Die Arbeit in einem Kraftwerk ist abwechslungsreich. Während der Pikettwochen gehört das Kraftwerk jeweils dem jeweiligen Mitarbeiter; er ist ausserhalb der Arbeitszeit erste Ansprechperson, ist bei Störungen immer als Erster vor Ort, was heisst, innerhalb 15 Minuten nach Alarm muss er im Werk sein. Dies ist eine grosse Verantwortung, aber auch eine Belastung. An meinem Arbeitsplatz geniesse ich das Vertrauen meiner Mitarbeiter, da ich die Interessen der Belegschaft als Betriebsrat gegenüber der Betriebsleitung und dem Vorstand vertrete. Den kurzen Arbeitsweg sowie das gemeinsame Mittagessen mit der Familie sehe und geniesse ich als ein gewisses Privileg, da man dies nicht als selbstverständlich betrachten kann.

Nächstes Jahr geht meine dritte Amtsperiode als Gemeinderat zu Ende. Auf die Frage nach meinen Ressorts sage ich einfach «alles was viel Geld kostet». Mit Strassen, Wasser, Abwasser und Liegenschaften ist es vorprogrammiert, dass wenn ich ein Thema an der Gemeindeversammlung vertreten muss, dass es viel Geld kostet. Die Arbeit im Rat ist etwas, was in so einem Team, das so gut harmoniert, viel Freude macht. Bei unseren Themen wie Steinbruch, LGZ oder Kiesgrube Wiesenächer ist immer was am Laufen, und das sind keine 08/15-Themen, sondern da müssen in Gesprächen Lösungen gesucht werden. Dass man in all den Jahren dem einen oder anderen mal auf die Füsse tritt, lässt sich nicht immer vermeiden. Grundsätzlich aber hat unser Rat einen guten Rückhalt in der Bevölkerung und geniesst auch deren Vertrauen, was es auch bei heiklen und nicht immer populären Entscheiden einfacher macht.

Meine Freizeit besteht nicht aus Hobbys, sondern aus Aufgaben. Tönt komisch, aber die Jagd ist kein Hobby, sondern in der heutigen Zeit eine Aufgabe, für die mal mehr oder weniger Zeit zur Verfügung steht; mit dem momentanen Schwarzwildproblem ist es zwingend mehr. Eine andere Aufgabe ist die Haltung von Bienen. Beim Tod meines Vaters stand ich plötzlich vor dem Problem, was ich mit seinen Bienen machen soll. Da ich gewusst habe, dass er sie für den Winter versorgt hatte, konnte ich mir damit noch etwas Zeit lassen. Über den Winter entschied ich mich, es zu versuchen, ich hatte bis dahin nie begriffen, was für eine Wirkung die Arbeit mit den Bienen auf Menschen haben kann. Da braucht es Ruhe und Geduld, sonst wird man schnell gestochen. Bei den heutigen Bienenkrankheiten kann man das nicht mehr nur als Hobby betreiben.

Das Thema Wasser beschäftigt mich im normalen Leben wie jeden anderen, zusätzlich habe ich aber zu diesem Medium noch eine gewisse Beziehung, die über das Normale hinausgeht. Im Berufsleben verdiene ich indirekt meinen Lohn. Im Rat habe ich die Ressorts Wasser und Abwasser, und in der Freizeit ist und war es immer mein Plausch als Vater von drei Kindern, die alle in ihrer Kindheit ausgesprochene Wasserratten sind und waren, mit ihnen die Melliker Badi zu besuchen. Dies dürfte auch der Grund sein, warum ich schon solange die Betreuung der Badi Mellikon mache. Ich freue mich jedes Mal, wenn wir im Frühling wieder mit dem Betrieb beginnen können. Meine Kinder lassen es sich meistens nicht nehmen, die Saison als Erste zu eröffnen. Die Betreuung der Badi macht viel Spass, da sich auch die jungen Gäste meistens an die Regeln halten, sonst hilft meistens ein klärendes Gespräch.

Ein gesundheitlicher Zwischenfall in diesem Frühling hat meine Lebenseinstellung grundlegend geändert. Probleme sind zum Lösen da, für die allermeisten Probleme gibt es eine Lösung. Was aber sind Probleme? Wenn man sich diese Frage genau stellt, merkt man, dass man sich an kleinen Dingen viel zu sehr nervt, denn ein Problem hat, wessen Gesundheit nicht mehr stimmt. Alles andere kann man in ruhigen Gesprächen lösen, zugunsten der eigenen Gesundheit und die meines Gegenüber.

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